Rita Steger-Frühwacht
"Rückepferde in der modernen Forstwirtschaft"
Mainpost Online
19.09.2015

ZirkelRückepferd Zirkel mit seinem Besitzer Bert Grebner aus Järkendorf im Einsatz

„Wir wollen zeigen, dass mit Pferden der Waldbestand schonender gerückt werden kann.“ Geschäftsführer Johannes Neubauer hatte die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft Schweinfurt e.V. zur Informationsveranstaltung „Pferderücken in Schwachholzbeständen“ nach Ebertshausen eingeladen.

Rund ein Dutzend Interessierte fanden sich in der Waldabteilung Viehtrieb ein, wo in einem etwa 40 Jahre alten Kiefern- und Lärchenbestand zurzeit eine Pflegedurchforstung durchgeführt wird. Hier bringt das Forstunternehmen, das den Zuschlag für die Durchforstung bekommen hat, auch ein Rückepferd zum Einsatz.

Lohnt es sich hier mit einer Pferdestärke zu arbeiten? Diese Frage beantwortete Hubertus König, Mitarbeiter des Forstunternehmens, mit einem uneingeschränkten Ja. „Es geht nur um das Nacharbeiten“, setzte Neubauer hinzu. Interessant sei für die Waldbesitzer bei der Holzernte in manchen Fällen eine Kombination von Pferd und modernen Maschinen.

In dem bei der Exkursion vorgestellten Waldstück wurden Rückegassen geschlagen, und Holzvollernter kamen zum Einsatz. Jedoch wurden dabei nicht alle für das Fällen gekennzeichneten Bäume von der Maschine erreicht. Deshalb werden diese restlichen Bäume motormanuell gefällt und entastet.

„Die moderne Erntetechnik im Wald schließt das Pferd nicht aus“, versicherte Neubauer. In diesem Fall lohne sich durchaus der Einsatz von Rückepferden. Diese ziehen die noch verbliebenen gefällten Stämme zur Rückegasse, damit sie zusammen mit den vom Holzvollernter dort abgelegten Stämmen zu einem Holzsammelplatz gebracht werden. Dort werden sie dann verladen und per Lkw abtransportiert.

Grundsätzlich sei Pferdeeinsatz bei der Waldarbeit einer Maschine vorzuziehen, wenn es sich um feuchte, unwegsame oder steile Lagen sowie relativ kleine Mengen an Stammholz handelt, sagte der Fachmann. Die Arbeit mit dem Pferd könnte auch ein Traktor mit Seilwinde verrichten. Doch solche Gerätschaften seien oft nicht vorhanden.

Neubauer stellte in einem Vergleich Pferderücken versus Holzvollernter noch heraus, dass weniger Bodenverdichtung beim Pferdeeinsatz erfolge. Allerdings gelte es auch, den Tierschutz und vor allem die Belastbarkeit des Tieres zu beachten.

Foto: Rita Steger-Frühwacht