Die Suche nach den reinen Urfreibergern
Es geht darum die Interessenten für Freiberger Pferde zu sensibilisieren, darauf aufmerksam zu machen, dass sie bei den Freibergern die ursprünglichen Werte dieser Rasse nicht mehr vorrausetzen können. Es sei denn sie sind bereit nach den wenigen Urfreibergern zu suchen und damit ihren Bestand zu sichern.

In den 1960-Jahren stand zu befürchten, dass die Pferde Europas aussterben könnten
Die zunehmende Mechanisierung in Landwirtschaft, Transportwesen und Militär hatte das Pferd als Arbeitstier weitgehend ersetzt.
Aber es kam ganz anders…

Sport- und Freizeitreiterei entwickelten sich rasch flächendeckend in ganz Europa
So änderten sich die Anforderungen an die Eigenschaften des modernen Pferdes dramatisch, die europäischen Züchter hatten sich anzupassen.
Nahezu alle ursprünglichen Rassen wurden durch das Einkreuzen anderer Rassen zu einem neuen Sportpferdetypus hin gezüchtet, ‚veredelt’.

Weltweit führender Sportpferdetypus „Hannoveraner“
Auf Basis der vorhandenen bäuerlichen Stutenstämme entwickelte sich z. B. im Hannoverschen Raum durch geschickte Anpaarungen der heute weltweit führende Sportpferdetypus des Hannoveraners.
Andere Rassen waren in der Sportzüchtung weniger erfolgreich. Die Haflingerzucht begann mit Einkreuzungen von Araberhengsten, woraus überwiegend schwer zu handhabende und zu temperamentvolle Pferde hervorgingen.

Sportisländer ohne Einkreuzungen
Nur wenige Rassezuchten haben bislang von der Veredelung abgesehen. Die  Islandpferdezucht ist ein Beispiel dafür. Sie haben den heutigen Sporttyp-Isländer ohne Einkreuzungen ausschließlich durch Selektion erreicht. 

Absatzmarkt für Freizeitpferde und Familienpferde
Durch die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung in Europa ist mehr und mehr ein Markt für Freizeitpferde entstanden. Zunächst als Absatzmarkt für Pferde aus missglückte Zuchtversuchen oder Kreuzungsprodukte minderer Qualität. Hier konnten günstig Pferde erworben werden, die von ihren Besitzern in ihre Familien aufgenommen wurden. Wettbewerbe für Freizeitreiter etablierten sich.
Heute ist der Wohlstand in Europa auch bei den Freizeitreitern angekommen. Der Markt für verlässliche gutmütige Pferde für Jedermann ist neben dem Markt für Sportpferde mindestens genauso wichtig geworden.
Auch Freizeitreiter haben heute ganz bestimmte Vorstellungen von ihrem Traumpferd. Dieses Traumpferd soll in der Regel neben Schönheit und Anmut auch Gesundheit, Langlebigkeit und Gutmütigkeit mitbringen, so dass alle Familienmitglieder damit zurechtkommen können.

Schweizer Freibergerzucht
Auch in der Freibergerzucht wurden bis in die 90-er Jahre Warmblüter, Halbblüter und sogar Araber eingekreuzt. Über erneute Einkreuzungen wird aktuell wieder nachgedacht.
Gerade die Genetik, die den Freiberger zu dem gutmütigen, gesunden Arbeitspferd gemacht hatte ist dabei  zunehmend in den Hintergrund getreten. Freibergerzuchthengste, die diese Genetik noch zuverlässig vorweisen können sind Mangelware geworden.

Alleinstellungsmerkmale der Freiberger Rasse gehen verloren
Der Mythos vom ruhigen gutmütigen und gesunden Freiberger wird allerorten weiter beschworen, obwohl Freiberger dieses ursprünglichen Typus kaum noch zu finden sind.

Verband der Züchter des reinrassigen Freibergerpferdes RRFB
Eine Rückbesinnung auf alte Werte hat bei einer kleinen Gemeinschaft von Freibergerzüchtern stattgefunden, die fest entschlossen sind die alten Blutlinien der Freibergerrasse zu erhalten und damit vor dem Aussterben zu bewahren.

Pferderassen mit alter Genetik sind wertvoll
Aus der heutigen Genforschung und Vererbungslehre weiß man, dass einmal überdeckte Genetik unwiederbringlich verlorengehen kann. Damit bekommen Pferderassen, die noch alte Genetik in ihrer Zucht haben, eine ganz neue Bedeutung  und auch einen höheren Wert bei steigender Nachfrage.

Die Suche nach den reinen Urfreibergern
Interessenten für die Freiberger Pferde sollten also darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie auch bei den Freibergern die Gutmütigkeit nicht mehr vorrausetzen können. Es sei denn sie sind bereit nach den wenigen Urfreibergern zu suchen und damit ihren Bestand zu sichern.